Montag, 26. Januar 2009

Das grausige Los der Kindersoldaten!

In Den Haag steht der frühere Chef der Miliz "Union Kongolesischer Patrioten" (UPC) Thomas Lubanga, 48 Jahre alt, vor dem Internationalen Strafgerichtshof.

Ihm wird vorgeworfen, hunderte und tausende von Kindern gewaltsam aus ihren Familien verschleppt und zum Morden als Kindersoldaten abgerichtet zu haben. Wer nicht töten wollte oder sich gegen die andauernden Vergewaltigungen zur Wehr setzte, wurde vor den Augen aller zu Tode geprügelt. Was diesen Kindern und ihren zarten Seelen angetan wurde, ist nahezu unvorstellbar. Zum Töten gedrillt und dann auf unschuldige Zivilisten gehetzt, die sie foltern und ermorden mussten, kaum dass die Kinder in der Lage waren, eine Kalaschnikow auf einen Menschen zu richten.

Per Satellit wird der Prozess in Länder auf der ganzen Welt übertragen und soll dort als abschreckendes Beispiel dienen. Das Ergebnis ist zwar mehr als fraglich, aber man will der Welt zeigen, dass man solche unmenschlichen Verbrechen nicht länger zu dulden bereit ist.

Kindersoldaten sind nicht allein ein Problem des Kongo oder Afrikas, es gibt sie überall, wo Kriege und Bürgerkriege toben. Kinder sind leicht zu beeinflussen, können sich gegen Mißbrauch und Mord nicht wehren und sind - billig! Es gibt einfach genug Kinder, die man für den Kriegseinsatz mißbrauchen kann. Oft sind ihre Familien auf Grund der zum Teil über Jahrzehnte andauernden Auseinandersetzungen völlig verarmt. eine staatliche Gewalt, gar eine funktionierende Justiz, die diese Kinder oder ihre Familien vor den Übergriffen wirksam schützen könnte, gibt es nicht!

Die Staatsanwaltschaft in Fen Haag wirft dem Milizenführer Lubanga vor, allein in der Zeit zwischen Herbst 2002 und Sommer 2003 im Nordosten des Kongo hunderte von Kindern in mindestens 10 "Ausbildungslagern" für die Durchführung von Massakern an der Zivilbevölkerung und dem Kampf gegen rivalisierende Rebellengruppen abgerichtet zu haben. Nach Angaben seiner Anwältin Catherine Labille, plädiert Lubanga...

...zum jetzigen Zeitpunkt auf nicht schuldig...

...was den Schluß zuläßt, am Ende nur das zugeben zu wollen, was die Anklage auch sicher nachweisen kann! Es bleibt zu hoffen, daß man in diesem Fall ein Exempel statuiert. Der Mißbrauch von Kindern, die zum Zeitpunkt ihrer Entführung und "Abrichtung" zum Mord teilweise sogar unter 12 Jahren waren, ist ein nicht entschuldbares Verbrechen. Wer so etwas erdulden muss und überlebt, ist für den Rest seines Lebens ein seelischer Krüppel! Wer aber nimmt diesen Kindern nach dem Elend und der Not des Krieges die Angst, die Alpträume, die verzweiflung? Wer gibt ihnen eine Zukunft, die lebenswert ist, in einer Gesellschaft, die ihre Not nicht verstehen kann? Wer sorgt für sie, die sich nur dadurch mehr schlecht als recht über Wasser halten können, indem sie sich prostituieren?

Die Verurteilung dieses Verbrechers, der eine Unzahl schändlicher und barbarischer Taten zu verantworten hat, wird vielleicht der Gerechtigkeit genüge tun und sofern sie überhaupt erfahren, was da in Europa vor sich geht, eine kleine Genugtuung für die Opfer sein. Ihr schlimmes Los verbessern wird das sicher nicht. Das kann nur tatkräftige Hilfe von Menschen aus den reichen Ländern des Westens bewirken. Darum meine Bitte: "Unterstützt die Hilfsorganisationen bei ihrer wichtigen Arbeit für die geschändeten Kinder des Krieges, indem ihr spendet. Jedes kleine bisschen hilft!"

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